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Best Breeder: Manuela Lachnit

24 05 2019


Manuela Lachnit-Rippe ist 51 Jahre alt und lebt in Nienburg a/d Weser in Deutschland. Sie züchtet mit 8 - 10 Stuten. Ihr Mutterstamm geht auf eine Traberstute zurück, da die berühmte Halla (Hans Günter Winkler) ebenfalls von einem Traberhengst stammte.
Lachnit ist nicht nur die Züchterin von Tiger Lily (Jessica Springsteen), Balous Day Date (Molly Ashe), Miss Untouchable (Leopold van Asten) und Pentagon (Alexander Klafterbröck), sie hat auch den zweifachen Bundeschampion Diaron (v. Diarado) gezogen.

1) Wie erklären Sie die Erfolge Ihrer besten Zuchtprodukten?
Dann muss ich von vorne anfangen. Meine Eltern waren total verrückt nach Halla und wollten auch so ein Pferd.
Also suchten sie eine Traberstute und fanden sie. Viele Pferde, die sich jetzt gut im Sport etablieren, einschließlich Tiger Lily, stammen aus der Linie dieser Stute.
Alles beginnt mit der Stute, der Mutter. In der Folge muss ein Pferd aus meiner Sicht vor allem den richtigen Charakter haben.
Das ist auch bei Tiger Lily der Fall. Sie war ein bisschen ungewöhnlich im Umgang, aber sie war super zu reiten. Und schließlich ist es natürlich sehr wichtig, bei welchem Reiter sie enden.

Miss Untouchable war auch ein etwas spezielles Pferd. Daher dieser Name, Fremde konnten ihr kaum nahe kommen.
Aber unter dem Sattel sind das beide Pferde, die es tun, sie geben das gewisse Extra.

2) Worauf achten Sie besonders, wenn Sie einen Hengst mit einer Stute kombinieren?
Wie ich gerade sagte, alles beginnt mit der Stute. Man soll nicht züchten wenn man keine gute Stute hat.
Ich kenne meinen Stamm sehr gut: die Stärken, die Schwächen. Das ist schon eine erste Bedingung.

Wenn es wirklich ums Wählen geht, ist es in hohem Maße ein Gefühl. Wenn ich Hengste anschaue, sehe ich sie als Reiter.
Ich bin bis auf 1,40 m gesprungen, aber ich bin nicht der Kräftigste und ich bin kein Topreiter.
Ich schaue mir den Hengst an und stelle mir vor, ich könnte ihn leicht selbst reiten. Wenn ich davon überzeugt bin, werde ich den Hengst einsetzen.
Die Rittigkeit ist mir sehr wichtig. Auch die Bewegungsqualitäten eines Springhengstes sind für mich von größter Bedeutung. Der Galop dann natürlich besonders. Für mich ist das Reiten zwischen den Hindernissen wichtig. Das sollte einfach sein.

Deshalb lege ich keinen großen Wert auf das Freispringen. Das Freispringen mag sehr gut erscheinen, aber unter dem Sattel kann es eine ganz andere Geschichte sein.

3) Was sind Ihre drei Lieblingshengste unter den bewährten Vererbern?
Chacco Blue. In Sachen Charakter mag er etwas schwieriger sein, aber er macht das mit seiner Einstellung und seinem Können wieder wett.

Quidam de Revel ist auch ein Favorit. Jedenfalls sehe ich gern französisches Blut in einem Pferd.

Diarado steht natürlich auch ganz oben auf meiner Liste. Diaron, Doppel-Bundesmeister, ist für mich das ultimative Pferd. Er muss es aber noch zum höchsten Niveau schaffen.

4) Welche drei "neuen" oder jungen Hengste zählen zu Ihren Favoriten?
Ich habe Diaron oft in meiner Zucht verwendet, auf Stuten die nicht direkt mit ihm verwandt sind. Die Benutzung eines eigenen Zuchtprodukts ist etwas Besonderes.
Chacfly PS ist ein Hengst, von dem ich hohe Erwartungen habe. Was er bisher gezeigt hat, ist perfekt.

5) Bei welchem Verband tragen Sie Ihre Fohlen ein?
Meine Eltern sind mit der Traberstute in Oldenburg gelandet. Wir leben eigentlich mehr im hannoverschen Raum, aber von einer solchen Traberstute wollte Hannover nichts wissen.
Oldenburg war schon damals etwas liberaler und wir blieben dort mit vielen Pferden. Jetzt ist es hauptsächlich Oldenburg International, wo wir unsere Pferde anmelden, aber ich habe auch eine Holsteiner Stute und ich registriere immer noch einige Fohlen in Hannover.
Der Verband ist mir eigentlich ziemlich egal, die Verbände sind heutzutage fast vergleichbar.

6) Welche Entwicklungen erwarten Sie für die nahe Zukunft?
Es ist eine Entwicklung im Gange, von der ich nicht sicher bin, ob das die Richtige ist. Um nur ein Beispiel zu nennen: aus der Spitzensportstute Weihegold wird ein Embryo nach dem anderen gespült.
Infolgedessen kommt es zu einer Verengung der Zucht, von der ich nicht weiß, ob sie wünschenswert ist. Für die Härte der Pferde brauchen Sie noch ein wenig ‚Outcross‘.
Auch in der Springpferdezucht findet momentan eine Konzentration auf die besten Blutlinien statt und gibt es immer mehr Embryospülungen. Dann bin ich froh, dass wir mit unser Linie ein Outcross haben, das auf eine Traberstute zurückgeht.

 

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