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Best Breeder 1): Paul Schockemöhle, ohnegleichen

14 08 2018


Dreifacher Europameister Paul Schockemöhle (1981, 1983, 1985) ist ohnegleichen, weder in Zahl noch in Qualität, wenn es um die Springpferdezucht geht. Jedes Jahr werden auf seinem Gestüt Lewitz im Nordosten Deutschlands 600 – 700 Fohlen geboren. Paul Schockemöhle ist Eigentümer von tausenden Pferden, aber er kennt jede einzelne Zuchtstute und verfolgt die Entwicklungen seiner jungen Zuchtprodukte von nah.
Dank Stuten aus bewerteten Sportstämmen und dem Einsatz von sowohl vielsprechenden Junghengsten als berühmten Spitzenvererbern, ist Paul Schockemöhle Erfolgszüchter von Hunderten internationalen Springpferden, die jede Woche überall auf der Welt Erfolge erzielen.

1) Wenn Sie ausgehen von Ihrem momentan besten Zuchtprodukt, wie erklären Sie die guten Leistungen dieses Pferdes?

Das wäre Chacoon Blue (Chacco Blue x Cartoon), jetzt 9 Jahre alt. Als er 8 Jahre alt war, sprang er mit Philip Rüping im internationalen Sport 12 Mal fehlerfrei aus 15 Runden. Er stammt aus einem Mutterstamm der hundertprozentig interessant ist. In diesem Fall würde ich sagen, daß die genetische Veranlagung der Hauptgrund war um mich für Chacco-Blue als Partner für die Mutter von Chacoon Blue zu entscheiden. Diese Stute springt mit hervorragender Technik. Sie stammt aus einer fantastischen hannoverschen Mutterlinie, eng verwandt mit Askan. Das war ein Pferd das ich vor vielen Jahren für sehr viel Geld an den Sponsor Gerd Wiltfangs verkauft habe. Bereits damals, etwa 50 Jahre her, war das eine starke Mutterlinie.
Ich habe Chacco-Blue gewählt, weil seine Nachkommen sehr leistungsbereit und leistungsfähig sind.

2) Warauf achten Sie insbesondere, wenn Sie eine Stute mit einem gewissen Hengst kombinieren?

Die Qualität eines guten Springpferdes wird von einer Kombination vieler Merkmale bestimmt, vielleicht sogar 20. Technik, Vermögen, Rittigkeit, Galoppade, Gesundheit und so weiter. Exteriör spielt tatsächlich eine Rolle. Hengst und Stute unterstützen sich gegenseitig, ein Pferd hervorzubringen, das seiner Arbeit körperlich gewachsen ist.

3) Welche sind Ihre drei Favoriten unter den bewährten Vererbern?

Chacco-Blue: In technischer Hinsicht war er selbst nicht das beste Springpferd der Welt. Als Vererber ist er das auf jeden Fall! Das ist seiner Einstellung zu verdanken. Wenn man mit ihm auf eine 2,5 Meter hohe Mauer zugeritten wäre, hätte er ohne wenn und aber versucht rüber zu kommen. Die andere Seite hätte er nicht geschafft, er hätte es aber versucht und er hätte sein Bestes gegeben. Das ist die Einstellung die wir brauchen für ein Springpferd.

Baloubet du Rouet: Die Verdienste dieses Pferdes – Olympiasieger, dreifacher Weltcupsieger – hat er seinen Nachkommen übergeben. Außerordentlich!

Diamant de Semilly: Als Dritten könnte ich viele Hengste erwähnen, weil ich aber nur einen nennen darf, müsste es Diamant de Semilly sein. Selbst mit Weltgold ausgezeichnet, von der Einstellung her ein Ausnahmepferd.

4) Welche drei jungen oder ‘neuen’ Hengste gehören zu Ihren Favoriten?

Big Star, London und Presley Boy. Drei Hengste mit einer gewaltigen sportlichen Karriere, alle drei sehr gut gezogen. Ich hoffe und erwarte, daß die Nachkommen den gleichen Weg gehen. In meiner Zucht beschränke ich mich nicht auf nur meine eigenen Hengste, ich bin offen für das Beste aus aller Welt. Darauf achte ich, wenn ich Samen kaufe. Ungefähr 40 Prozent meiner Stuten wird mit anderen Hengsten besamt.

5) Bei welchem Verband registrieren Sie Ihre Fohlen? Würden Sie Fohlen auch woanders registrieren?

Oldenburg International ist mein Verband. Nach der Aufteilung der beiden oldenburgischen Verbänden bin ich Vorstandsvorsitzender des OS-Verbandes geworden. Die große Mehrheit meiner Fohlen wird also OS-eingetragen. Weil mein Gestüt Lewitz in Mecklenburg beheimatet ist, registriere ich dort auch einige Fohlen. Und dann gibt es noch einige Fohlen, die hannoversch gebrannt werden.

6) Welche wichtige Entwicklungen erwarten Sie für die nahe Zukunft?

Ich denke, daß die Zucht sich derartig entwickelt, daß wir die großen und langsamen Pferden nicht länger brauchen. Die Zucht geht immer mehr in die Richtung von aktiven und reaktiven, athletischen Pferden.
Die andere Entwicklung kann man schon bemerken, aber wird immer wichtiger: Ausbildung. Unsere Kunden sind – und werden immer mehr sein – Reiter, die nur gutes Geld ausgeben möchten für Pferde, die für den Sport fertig sind.

 

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