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Rotterdam: Fit For Fun zum Sieg im Großen Preis

28 06 2016


Luciana Diniz meinte nach ihrem Sieg heute im Großen Preis von Rotterdam: „Ich bin heute morgen aufgewacht und habe gedacht: ,Ich bin auf dem Weg nach Olympia. Und was immer auch heute das Ergebnis sein wird, es ist ein Teil meiner Reise nach Rio.“ Die wird für Luciana Diniz so etwas wie eine Heimkehr, denn in Brasilien ist sie geboren. Sie reitet allerdings für Portugal und lebt in Deutschland. Mit ihrer zwölfjährigen Hannoveraner Stute Fit For Fun v. For Pleasure, mit der sie im vergangenen Jahr auch das Finale der Global Champions Tour gewonnen hatte, war sie eines von 17 (!) Paaren im Stechen des Großen Preises. Dass so viele Reiter den ersten Umlauf fehlerfrei überwunden haben, lag nicht etwa daran, dass das Springen so leicht gewesen wäre, sondern vielmehr am Können der Paare in diesem Springen. Und auch das Stechen hat den Pferden nichts geschenkt. Kein Problem für Fit For Fun! Die quirlige Fuchsstute vereint Vermögen mit einer ungeheuten Flinkheit. Nach 41,49 Sekunden war sie fehlerfrei im Ziel. Eine uneinholbare Zeit für die Konkurrenz, selbst wenn sie Fehler riskierten. Diniz war überwältigt: „Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg und ich bin wahrhaftig stolz auf mein Pferd! Der ganze Parcours fühlte sich an wie ein Flow, Worte können es nicht beschreiben. Es ist einfach passiert!“ Und hat ihr 50.000 Euro eingebracht.

Zweiter wurde der US-Amerikaner Kent Farrington, bekannt für schnelle Runden. Heute saß er allerdings nicht auf seinem Star Voyeur, sondern auf dem neunjährigen KWPN-Wallach Creedance. Mit ihm hat der verstorbene Küchengirl-Vater Lord Z offenbar noch einmal einen ganz großen Wurf gelandet. Im August 2015 ritt Farrington Creedance erstmals international. Bis Oktober 2014 ging er unter der Schwedin Petronella Andersson. Dazwischen war er zumindest international nicht im Einsatz gewesen. Seit Farrington ihn reitet, hat der Wallach mehrfach Siege auf Drei- und Vier-Sterne-Ebene verzeichnen können. Aber das heute in Rotterdam war bislang wohl sein größter Erfolg. Wie insgesamt acht Paare im Stechen blieben auch diese beiden ohne Abwurf. Die Zeit: 41,95 Sekunden.

Dritter wurde zur Freude der Niederländer der Weltcup-Zweite und heiße Anwärter auf einen Rio-Startplatz, Harrie Smolders, auf seinem wunderbaren Diamant de Semilly-Sohn Emerald. Der zwölfjährige BWP-Hengst erreichte das Ziel nach 42,89 Sekunden.

Smolders war nicht der einzige Niederländer im Stechen. Marc Houtzager und der neunjährige Calimero v. Quidam de Revel belegeten hinter dem neuen Weltranglisten-Ersten McLain Ward (USA) auf Azur v. Thunder van de Zuuthoeve und Roger-Yves Bost (FRA) mit Sydney une Prince v. Baloubet du Rouet Platz sechs. Gerco Schröder und sein Holsteiner Cognac Champblanc v. Clearway landeten dahinter.

Ludger Beerbaum und sein neuer Fünf-Sterne-Sieger und Olympiareservist Casello v. Casall wurden Achte, nach ebenfalls zwei fehlerfreien Runden.

Daniel Deußer und die zwölfjährige belgische Cassini-Tochter Equita van’t Zorgvliet verpassten das Stechen aufgrund eines Abwurfes im Umlauf ebenso wie Hans-Dieter Dreher und Cool and Easy v. Contender und beispielsweise auch die beiden Weltcupsieger, Steve Guerdat und sein westfälischer Cornet Obolensky-Sohn Corbinian. Marcus Ehning und der selbst gezogene For Pleasure-Sohn Funky Fred, die im Nationenpreis noch zwei fehlerfreie Runden für Deutschland geliefert hatten, gaben heute in Runde eins auf.

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