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DKB-BCH: Fasine - von Platz 13 zu Gold

06 09 2015


Eine Achterbahnfahrt erlebte Isabel Bache bei den sechsjährigen Dressurpferden. Die norwegische Bereiterin im Stall von Paul Schockemöhle startete mit der dunkelbraunen Oldenburgerin Fasine weit unter den hoch gesteckten Erwartungen und musste sich in der Qualifikation mit der Wertnote 7,2 (Platz 13) zufrieden geben. Über das Kleine Finale, das sie haushoch gewann (8,7), erarbeitete sich das Paar den Weg in die Medaillenentscheidung. Hier zeigte Fasine ihre ganze Klasse und trabte souverän zur Goldmedaille – Wertnote 9,3.

FN-Ausbildungsbotschafter Christoph Hess schwärmte in seinem Kommentar: „Das war ein Ritt vom Allerallerfeinsten!“ Dem konnte man nur zustimmen. Die elegante Stute, Tochter des Fürst Romancier aus einer Sir Donnerhall-Mutter, präsentierte sich stets durchlässig und leichtfüßig. Hervorragend von Isabell Bache in Szene gesetzt, gelangen ihr schöne fliegende Wechsel, denen bei den sechsjährigen Pferden die größte Bedeutung zukommt. Für den Gesamteindruck erhielt sie sogar die Höchstnote 10. Fasine hat bereits „Promistatus“. Als Dreijährige war sie gefeierte Oldenburger Siegerstute, ihr gleichaltriger Vollbruder For Romance hatte als Zweieinhalbjähriger die Oldenburger Körung als Siegerhengst verlassen. Das Erfolgsduo aus der Zucht des Gestüts Lewitz ist dank des dort intensiv praktizierten Embryotransfers entstanden.

Die Silbermedaille gewann die schwarzbraune Lord Loxley-Tochter Lady Loxley (Muttervater Abanos), die Carola Koppelmann vorstellte. Die Rheinländerin aus der Zucht und im Besitz von Franz Josef-Münker in Meerbusch hatte schon vier Wochen zuvor bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Verden gefallen. Auf Warendorfer Parkett präsentierte sie sich noch ein klein wenig souveräner. Lady Loxley besticht besonders durch ihre Durchlässigkeit, die die Jury mit 9,0 bewertete (Gesamtnote 8,8). Mit Damon's Dejaron war Donnerhall-Sohn Damon Hill wieder einmal in den Medaillenrängen der DKB-Bundeschampionate vertreten. Der bei Züchterfamilie Becks in Senden geborene westfälische Hengst aus einer Matcho AA-Mutter wurde von Heiner Schiergen geritten. Der athletische Fuchs, der besonders in den Schritt- und Galoppphasen begeistern konnte, gewann mit einem Endergebnis von 8,6 die Bronzemedaille knapp vor Saphira Royal NG und Stefanie Wolf. Die rheinische Tochter des San Amour-Monteverdi aus der Zuchtstätte Heinrich Werth in Rheinberg wurde mit 8,4 bewertet.

Die Sieger der beiden Abteilungen der Qualifikationsprüfungen unterlagen im Wettstreit um die Medaillen. Die Hannoveranerin Danza v. Dimaggio-Rubin Royal (Z.: Johannes Lage), die Julia Katharina von Platen vorstellte, blieb unter ihren Möglichkeiten, ließ Schwung und Engagement vermissen (Platz 5, WN 8,3). Vom Regenguss und den vielen auf- und zuklappenden Schirmen blieb der Schimmelwallach FBW Fair Play zwar unbeeindruckt, aber der Qualifikationssieger der zweiten Abteilung mochte seine überzeugenden Leistungen nicht noch einmal abrufen. Die Galoppwechsel misslangen, so dass der Fürst Hohenstein-Sohn (MV: Disco-Tänzer) letztlich mit der Wertnote 7,7 und Platz zwölf Vorlieb nehmen musste. Aber mit dem ungemein locker schwingenden und bewegungsstarken Wallach aus der Zucht von Werner Häfner (Osterburken) hat seine Ausbilderin Ines Knoll ein herrliches Pferd für größere Aufgaben unter dem Sattel.

Quelle FN-press

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