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Integrierte Zuchtwertschätzung 2014

25 11 2014


Ein Züchter sollte die Anpaarung seiner Stute nicht allein vom Zuchtwert eines Hengstes abhängig machen. Aber der Zuchtwert ist mehr als nur ein Marketinginstrument. Er gibt Hinweise auf die Vererbungssicherheit eines Hengstes. Welche Vatertiere in den Sparten Dressur und Springen zu den Besten gehören, zeigen die soeben erschienenen Zuchtwerte 2014.

In einem aufwändigen Zuchtwertschätzverfahren wird das genetische Vererbungspotenzial eines Hengstes anhand von Eigen- und Verwandtenleistung ermittelt. Im Herbst jeden Jahres werden die Integrierten Zuchtwerte für Deutschlands Hengste geschätzt. Die Qualität der genetischen Vererbung wird in einem Zuchtwert in den Disziplinen Dressur und Springen angegeben.

Der Datenpool ist im Rückblick auf das vergangene Jahr abermals angewachsen. Die Daten von über 690.000 Pferden wurden mit einbezogen (Vorjahr: fast 670.000 Pferde). Über 14 Millionen Turniersportprüfungen sind in die Berechnung eingeflossen und 3,6 Millionen Informationen aus Aufbauprüfungen, über 83.000 Informationen aus Zuchtstutenprüfungen, über 3.600 Informationen aus Veranlagungsprüfungen und mehr als 7.600 Informationen aus den Hengstleistungsprüfungen wurden verwendet. Alle diese Daten werden im Auftrag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) vom Rechenzentrum der Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung (VIT) in Verden verarbeitet und die Zuchtwerte anhand aller Daten geschätzt.

Das Ziel dieser Zuchtwertschätzung ist es, erblich bedingte Leistungsunterschiede möglichst genau zu schätzen. Dadurch erhält der Züchter eine Grundlage zur Auswahl des passenden Hengstes für seine Stute. Die Zuchtwertschätzung ist hierbei als ein Kriterium unter vielen in der Beurteilung von Pferden und deren Vererbungsleistung zu betrachten. Das Wissen um einen Zuchtwert kann die Grundlage zu einer Selektionsentscheidung liefern. Er ist eine Entscheidungshilfe für die Anpaarungsplanung hinsichtlich der gewünschten Veranlagung des Fohlens, sei es in Richtung Dressur, Springen oder eine vielseitige Veranlagung.

Eine Hilfestellung für die Züchter ist die Rangierung der Hengste in die Top-Prozentklassen. Schnell sieht man, wie die Vererbungsleistung des in Frage kommenden Hengstes aussieht. In der Top-ein-Prozent-Klasse der Dressurhengste sind alle Hengste mit einem Zuchtwert von 151 Punkten und besser vermerkt. Die Klasse der besten fünf Prozent beinhaltet Hengste mit Zuchtwerten ab 137 Punkten. Die besten zehn Prozent der Hengste sind in diesem Jahr ab einem Zuchtwert von 127 Punkten und besser zu finden. Das beste Viertel der deutschen Zuchthengste (1.119 Hengste) ist ab einem Dressurzuchtwert von 109 Punkten zu finden. Bei den Springhengsten weichen die Grenzwerte der Klassen geringfügig von den Zuchtwerten in der Dressur ab. Die Top ein Prozent beginnen ab einem Zuchtwert von 152 Punkten, die Top fünf Prozent ist ab einem Zuchtwert von 140 Punkten und besser eingeordnet. Hengste mit einem Zuchtwert von 133 Punkten und besser zählen zu den besten zehn Prozent der Hengstpopulation und Hengste mit einem Zuchtwert von 117 Punkten und besser zu den besten 25 Prozent.

Einige Hengste haben bei der ersten Veröffentlichung ihrer Zuchtwerte gleich den Sprung in die Liste der Top-ein-Prozent-Vererber geschafft. In den meisten Fällen sind dies die jungen Hengste, deren erste Nachkommen in Zuchtprüfungen bewertet wurden. Das sind in diesem Jahr: All Inclusive (Jahrgang 2007), Bordeaux (Jahrgang 2006), Fackeltanz (Jahrgang 2005), Fürst Fugger (Jahrgang 2006), L'Espoir (Jahrgang 2006), San Bernadino (Jahrgang 2006), Silbermond (Jahrgang 2007), Sir Gregory (Jahrgang 2005), Vitalis (Jahrgang 2007) und Vivaldi (Jahrgang 2002).

Neu in der Liste der Top ein Prozent Spring-Zuchtwerte sind die Hengste Capistrano (Jahrgang 2006), Cloney (Jahrgang 2005), Colestus (Jahrgang 2006), Lamberk (Jahrgang 2005), Quadros (Jahrgang 2007) und Quick Lauro Z (Jahrgang 1994), die in diesem Jahr die Veröffentlichungsgrenze von 70 Prozent erreicht haben.

Alle Listen.

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