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Dancier-Sohn für 315.000 Euro nach Norwegen

30 10 2011


Mit deutlich mehr und besser springenden Hengsten als in den vergangenen Jahren trumpften die Hannoveraner bei der Körung in Verden auf. Die Qualität der Dressurhengste hingegen konnte, gerade was die breite Masse anbelangt, nicht alle Anwesenden überzeugen. Trotzdem stand ein Dunkelfuchs v. Dancier in der Käufergunst am höchsten. Aber auch das Landgestüt Celle griff tief in die Kasse.

87 Hengste waren in der voll besetzten Niedersachsenhalle angetreten, 47 davon wurden gekört. Prämiert wurden 14 zukünftige Vatertiere, sieben aus der Sparte Dressur und sieben Springpferde.
Schon diese Gewichtung zeigt die Verschiebung, die den Hannoveraner Körjahrgang 2011 charakterisierte: Mehr Springpferde, von denen eine ganze Reihe gut sprangen. Dafür im Dressurlager etwas lange Gesichter bei denjenigen, die hofften, dass sich aus den 51 dressurorientierten Pferde mindestens ein gutes Dutzend (wenn nicht mehr) als hochinteressante Vererber für die Zukunft darstellen würden. Die Hoffnung ging nicht voll auf. Spätestens beim Freilaufen, angelehnt an die "holländische Methode", wie sie die Trakehner seit dem letzten Jahr praktizieren und bei der die Pferde auf der Linie einer Acht durch die Bahn wechseln sollen, verlor manch ein Strahlemann, der Tags zuvor noch auf der großzügigen Dreiecksbahn auf Gras brilliert hatte. Kreuzgalopp, Schweifrüben, deren Haltung zumindest von Spannung, wenn nicht von anderen Problemen Zeugnis ablegten - der Weg zur Anerkennung als Vatertier kann ein steiniger sein.
Bei den sieben Prämienhengsten lagen wie auch in der generellen Körentscheidung (von den 26 gekörten Dressurhengsten gingen vier auf Bolero (darunter zwei Prämienhengste, cat 2 Hann und cat 6 Hann), und je sieben auf Donnerhall (Prämien: cat 12 Han, cat 13 Hann) bzw. Furioso II (prämiert: cat 20 Han, cat 22 Han) - vor allem über Florestan - zurück. Weniger hoch im Kurs standen Lauries Crusador xx und Nachfahren. Lediglich ein Londontime-Sohn (cat 40 Han), der den Kopf stets so erhaben trug, dass er wahrscheinlich schon von Verden aus seine neue Heimat Dänemark (für 70.000 Euro) sehen konnte, wurde prämiert. Bei den Hengsten aus der Linie des Sando Hit erhielt kein Hengst eine Prämie, obwohl einige Vertreter dieser Familie auf den ersten Blick anderen in der Kollektion nicht nachstanden. Aber Hannover will dieses Blut nicht und setzt so Zeichen.
Teuerster Dressurhengst war ein im Trab und Galopp ausdrucksstarker Dunkelfuchs mit viel weiß an den Beinen, der im Schritt sich häufig spannte. Er wurde auf der Auktion für 315.000 Euro nach Norwegen versteigert, soll züchterisch in Dänemark, im Gestüt Katrinenlund decken.
Der teuerste Springhengst, ein ungemein schöner Valentino-Sohn, der über den Holländer Voltaire-Enkel Valentino und den Holsteiner Acorado auf die Familie zurückgeht, die neben diversen Springpferden mit internationalen Erfolgen (darunter auch Meredith Michaels-Beerbaums Quick Star-Tochter Stella) auch Brigitte Wittigs Nürnberger Burgpokal-Siegerin Blind Date hervorgebracht hat, kostete 270.000 Euro. Für diesen Betrag ersteigerte Celles Landstallmeister Dr. Axel Brockmann den Rappen. Sechs weitere Hengste wurden prämiert. Ein Canstakko-Sohn aus der nahezu reinen Vollblutlinie, die auch die Vielseitigkeitscracks Butts Abraxxas und Butts Avedon hervorgebracht hat, die cat 70 Han aus dem ersten Jahrgang des jungen Holsteiner Clintord v. Clinton, ein Graf Top-Sohn (90.000 Euro nach Australien), ein äußerst geschickt springender Lord Pezi-Sohn (180.000 Euro nach Nordrhein-Westfalen), ein Sohn des 2009er Bundeschampion Quaid v. Quidam's Rubin (210.000 Euro nach Niedersachsen) und ein Stakkato-Sohn (100.000 Euro nach Nordrhein-Westfalen).
Teuerster nicht gekörter Hengst war mit einem Zuschlagpreis von 82.000 Euro ein Dunkelfuchs aus dem ersten Jahrgang des Fürst Nymphenburg, der vier Hengste zeigte, die allesamt durchfielen. Durchschnittspreis der gekörten Hengste: gut 64.500 Euro.

Infos: www.hannoveraner.com

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