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Holsteiner Körung: Natur und Kunst

03 11 2012


Mit 26 gekörten Junghengsten verließ rund ein Drittel der 76 Kandidaten die Holsteiner Körung in der Holstenhalle Neumünster. Sieben von ihnen erhielten eine Prämie, wer als Klassenbester am Ende mit der Schärpe um den Hals den Ring verlasst, wird sich Samstag Nachmittag entscheiden.

Zuchtleiter Thomas Nissen hatten den Jahrgang schon im Vorfeld als besonders gut gelobt, zumindest die Gekörten waren meist auch besonders schöne Pferde im modernen Reitpferdetyp. Ob sich wirklich Dressurreiter den einen oder anderen Hengst für ihre Sparte aussuchen werden, wird man sehen. Holsteins Stärke ist das Springen und das wird wohl noch eine Weile so bleiben.

Wie immer sah man hervorragend springende Hengste, vermögend, mit Übersicht und Technik. Aber es gab auch Bilder, von denen man gehofft hatte, dass sie der Vergangenheit angehören. Die Körkommission reagierte auf diese unnatürlichen Sätze so gut wie gar nicht. Die beiden Hengste mit den auffälligsten Verrenkungen, zwei Söhne des Casall, wurden beide gekört, und einer erhielt sogar eine Prämie (Clarcon). Da ließ sich die Körkommission gar nicht beirren, auch als immer lauter Pfiffe durch die Halle gellten. Es wurde ein Zeichen gesetzt und zwar kein gutes.

Herbert Blöcker konnte sich über seinen selbst gezogenen gekörten Hengst freuen, Contento v. Connor-Corrado I I-Rapallo, ein energischer sportlicher Hengst mit drei guten Grundgangarten, ein Enkel von Blöckers international erfolgreichem Vielseitigkeitspferd Roxana.

Die beiden Linien des Cottage Son xx über Capitol und des Anglo-Normannen Cor de la Bryère dominierten auch diesen Jahrgang, 58 Hengste trugen einen Namen, der mit C-beginnt. Renommierte Althengste präsentierten starke Jahrgänge, von den sieben Calido-Söhnen wurden zwei gekört, von den vier Caretinos einer. Von Olympiapferd Casall, der sich in der Zucht immer mehr als Nachfolger seines Vaters Caretino etabliert, waren sechs Söhne erschienen, drei insgesamt wurden gekört. Und bereits die nächste Generation macht auf sich aufmerksam: Die beiden Söhne des Connor v. Casall erhielten das Körprädikat, außer dem erwähnten Contento auch der hervorragend springende Coventry aus einer Contender-Palton xx-Mutter.

Mit vier Söhnen präsentierte auch der Sensationssiegerhengst von 2007, Diarado v. Diamant de Semilly einen starken Jahrgang. Überwiegend gibt er seine elegante Erscheinung mit der dunklen Jacke mit, zwei Söhne wurden gekört, der sich besonders locker bewegende Diamaro aus einer Candillo-Cassini II-Mutter und der sehr energische selbstbewusste und überlegen springende Dinken a.d. Inken v. Cassini I.

Keiner der vier Hengste der L-Linie wurde gekört, in der vernünftigen Überlegung, dass Linien nicht künstlich am Leben gehalten werden sollen, wenn andere sie qualitativ überholen. Ungewöhnlich stark war in diesem Jahr die Qu-Linie des Quidam de Revel mit acht Hengsten. Der Star unter ihnen Quevee Prestige, aus einer Cento-Contage-Mutter bewegte sich wie ein Dressurpferd, spielte mit den Stangen und schien auch noch ein vernünftiges Temperament zu besitzen. Ein tolles Pferd, der nicht nur Sonderapplaus bekam sondern den ganzen Abend im Gespräch blieb. Zuguterletzt erhielt noch ein Sohn des Hannoveraners Stakkato das Körprädikat, eher derb im Outfit, aber tüchtig am Sprung.

Die Liste aller gekörten und prämierten Hengste finden Sie hier.

Quelle St.Georg

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